How I live in Niigata

Just another foreign guy in Japan, but the first one who worked for the O Bolles Restaurant

Meine ersten beiden Wochen November 12, 2009

Filed under: la réalité dure,sacrée vie japonaise — chrigusan @ 2:28 pm

Mal ein kleiner Rueckblick auf die ersten beiden Wochen meines Exils hier in Japan. Vorab ein Fazit: Meine Vorstellungen in der Schweiz ueber mein neues Zuhause sind nicht immer treffend.

Narita Airport. 2h in Japan

Mit, zwar deutlichem uebergewicht an Gepaeck, aber jedoch nur 2 Koffern, zog ich nach Japan um. (apropo: viel Glueck beim Umzug Richtung Liebefeld;-). War ein komisches Gefuehl mit ALLEM auf Mann unterwegs zu sein. Eine Mischung aus purer Unabhaengigkeit und Paranoia etwas liegen zu lassen.

Zielstrebig machte ich mich von Tokio auf den Weg nach Niigata. Dort am naechsten Tag wurde ich von einem Mitarbeiter abgeholt, der mich zu meinem neuen Zuhause brachte. Ich wusste kaum was mich erwartete. Sie haben mir zwar Fotos geschickt jedoch aus so unmoeglichen Blickwinkeln, dass ich ein bisschen mehr als nichts wusste. Haette man eine Kamera mit einem Kaugummi auf dem Ausloeser in die Wohnung geworfen, haette es bessere Fotos gegeben.  Die Ueberraschung war jedoch umso besser, als ich den ersten Blick in eine 3 zimmer Wohnung mit Bad werfen konnte. Ich hatte ja ein Studio erwartet. Der Tatami Boden im Schlafzimmer (Reissmatte) beeindruckt mich noch immer, inzwischen vielleicht zwar nur des Geruches wegen.

Damals war die Wohnung leer und bot eigentlich keinen Empfang. Ich durfte naechsten Tags shoppen gehen mit 2 von meinen Mitarbeitern. Aber was kauft man, wenn man alles braucht. Ziemlich bodenlose Sache. Ich hatte, als ich schliesslich zum ersten mal so alleine in meiner Wohnung sass (zudem Samstag abend), etwa ein Bett und eine Kartonschachtel wo ich drauf hockte und in mein 6-oeffentliche-Kanaele-Fernseher schaute. Was ich da wohl gemacht habe, das fragte ich mich schon damals im Moment.

Ich wohne nicht gerade im Stadtzentrum. Eine harte Erkenntnis, zumal ich bis anhin noch in der Lorraine in Bern gewohnt habe. Schoene Gruesse an Leah und Eva-Maria, meine ehemaligen Mitbewohnerinnen. Ich vermisse euch hier extrem; die Ratten auch.

Mein erster Tag im Buero war hingegen ein warmer Empfang. Ich habe irgendwas ganz falsches oder was ganz einfaches gesagt und alle haben ein bisschen gelaechelt. Es gab eine kleine Zeremonie, wo mich der Chef vor allen Willkommen hiess und mir ein schoenes Blatt mit schoenen Zeichen zweihaendig uebergab. Ich, bewusst der Sitte, habe es zweihaendig mit Verbeugung entgegengenommen. Ich bin ja sonst noch ein lockerer Typ, aber da wird man automatisch angespannt des Grauens.

Inzwischen habe ich ein paar Tage bei den Jungs gearbeitet und sehe, dass sie auch manchmal ziemlich locker sind. Auf dem Foto zum Beispiel ist Ogawasan (Mr. kleiner Fluss). Da waren wir Richtung Sueden unterwegs – geschaeftlich;-) 300km, ohne Chef aber mit Firmenauto, das war sehr gemuetlich. Im Hintergrund das Japanische Meer.

Ogawasan und ich auf Geschaeftsreise. 8 tage in Japan

Ogawa kann relativ gut englisch, aber auch sonst versteh ich mich gut mit ihm. Er ist ziemlich am Westlichen interessiert. Als ich ihm einen Standard Handschlag bei einem Abschied gezeigt habe, war er so faszieniert davon, dass es jetzt unser Gruss wurde. Haendegeben koennen die Japaner ueberigens wirklich nicht. Sie druecken meistens nicht zu und lassen zu lange nicht los. Aber ich kann mich auch nicht verbeugen, mehr verformen Richtung Boden.

Ein weiterer non-verbaler Kommunikationsunterschied sind die Handbewegungen fuer Herwinken und Wegscheuchen (alben;-). Es ist genau umgekehrt! Dies ist das erste Mal witzig zu erkennen, aber echt muehsam ab dem zweiten mal, weil diese von Kind an gelernten Zeichen tief festsitzen. Also wennimmer ich kommen sollte, habe ich schon ein halber Rueckwaertsschritt gemacht. Und umgekehrt.

Letztes Wochenende nach dem Bootcamp, ging ich mit Ogawa und Syoji shoppen. Da hatte ich auch eine Liste was ich wirklich dringend brauche usw. Nach diesem riesen Einkauf und nach einem erstmaligen Waschtag fuehlte ich mich doch ein bisschen mehr zu Hause. Das Beste seit 2 Wochen war aber anschliessendes Abendessen bei meinem Nachbar Syoji und seiner Freundin.

Syoji und seine freundin Keiko. 2 Wochen in Japan

Wir assen unter anderem Lachsdarm – deep japanese food, sie so sagen. Ich habe dies aber erst nach dem Essen erfahren.

Mal schauen, wie’s weitergeht. Alles Gute in die Schweiz oder nach London!

 

2 Responses to “Meine ersten beiden Wochen”

  1. Leah Says:

    hey chris! tönt ja ganz gut alles, freut mich! habe natürlich über tom schon ein bisschen mehr erfahren…
    du fehlst hier schon sehr, aber mai ist ja schon bald!
    cool das du dich langsam gut einlebst, bist ja ein kontaktfreudiger,und mit den ladys klappts dann auch sicher bald!
    freue mich af den nächsten lustigen eintrag…
    muntsch Leah

    • chrigusan Says:

      Hei Leah,
      Ich vermisse unsere Wg sehr. Wir hatten viele gute Momente fuer diese kurze Zeit. Danke, dass ich bei euch wohnen durfte, war echt ein cooler Sommer. Vielleicht wohnen wir ja mal wieder zusammen. Aber moeglichst ohne Glockenstimme😀 Hier bin ich schon einsam in meiner Wohnung. Habe an deine Ferien im Tessin gedacht…
      Glg chris


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