How I live in Niigata

Just another foreign guy in Japan, but the first one who worked for the O Bolles Restaurant

les bronzés font du ski Juli 21, 2010

Filed under: sacrée vie japonaise — chrigusan @ 3:01 pm

Normalerweise bedeuten Teamferien viel Gequatsche und manch einen Stuss. Aber wie inzwischen gewohnt, kann ich nur zweiterem beitragen. Weiterhin gilt, dass ich kaum japanisch spreche. Wenn ich jeweils doch etwas versuche zu sagen, verkommt es ziemlich sicher zu Stuss. Nur gut, dass die Japaner meistens so tun, als ob sie verstehen würden.

Um neun Uhr Freitag morgens lädt uns ein Reisecar auf. Der vertraute Gang hinauf in den Car mit gleichzeitigem Ducken wegen der Anstossgefahr, aber dennoch vorfreudig Schauen der einem entgegenblickenden Köpfe, hat sich nach all den Auswärtsspielen in all den Jahren tief eingebrannt. Doch statt des wohlen Sauhaufens eines Footballteams werde ich von aufgedrehten und fremdsprechenden Mitarbeitern begrüsst. Ich bin spürbar freundlich willkommen, dennoch ist es mir unangenehm, wissend, es stehe eine 5h Fahrt voraus. Die routine im Carfahren zahlt sich in diesen ersten Sekunden aus, indem ich schon lange neben jemanden nicht unsympathischen sitze, als die Firmenchefs mich zu sich winken. Ha! Da bin ich noch einmal enttwischt.

Es ist offizielle Freizeit mit der Firma. Es werden etliche Spässe und coole Redensarten geduldet, eigentlich erwartet (man ist ja auf Freizeit). Es wäre viel zu weit hergeholt von Leistungsdruck, betreffend Kalbereien und betreffend ein lustiger Haufen zu sein, zu sprechen. Eine gewisse unfreiwillige übertriebenheit der Scherze und Sprüche lässt sich aber nicht ganz wegdenken. Gut gibt es ab der ersten Minute Bier. Das lockert alle auf – mich eingeschlossen. Das Sprichwort: ‚vor Vier kein Bier‘ werfe ich ab der ersten Sekunde über Bord. Solche Weisheiten helfen mir hier in Japan aber auch gar nicht weiter. Froh über das Bier und über meinen doch seetüchtigen Magen,  überstehe ich die Fahrt.

Der sehr heitere Mitarbeiterstab begibt sich auf ein Schiffchen, welches rund um ein paar sehr schöne küstenstücke fährt. Auf dem Bootsdach treibt dank Bier, Zigarren und Sonnenbrillen den meisten Mitarbeiter die Arbeit verdientermassen weit weg. Bei mir ist der Effekt kleiner, da ich eigentlich schon mit abstempeln die Arbeit abhacke.

Es gab noch einige weitere nicht nennenswerte Besichtigungen, bis wir zum erwarteten Hotel mit Spa und Abendessen kamen. Die Prozedur war mir noch von der Ende-des-Jahrs-Feier bekannt: Trinken im kleineren kreis im hotelzimmer, planschen gehen, kimono anbehalten, speisesaal betreten, alle zusammen auf einen Schlag anstossen, essen, wild mit jedem einzelnen anstossen, so gerade wie möglich zurück aufs zimmer. Bis jetzt hat mich nichts aus der Fassung gebracht, doch glücklicherweise war ich im richtigen Moment ins richtige Zimmer gelatscht. Die Jungs dieses Zimmers machten sich auf, in die halbstündig entfernte Grossstadt Sendai. Nach etwa fünf Sekunden, stand ich wieder in diesem Zimmer, wobei ich jetzt Jeans anhatte und meine Haare wie gewohnt trug.

Im Stadtzentrum Sendais mit fast nur verheirateten Männer weit weg von Zuhause, ist man ziemlich entschlossen in japanische Hostessbars gegangen. Mädchen werden teuer bezahlt damit sie einem zum lachen bringen oder über einem Sprüche lachen. Dass es purer Fake ist, zeigt die Tatsache, dass sie auch über meine Witze lachten. Oder sie lachten nur über mein falsches Japanisch, wofür ich Verständnis hätte. In Anbetracht der reizenden Damen, lasse ich keine weiteren kritischen Gedanken aufkommen und spiele diesen professionelle Flirt mit.

Das gespielte Interesse wird meinen Mitarbeitern doch zum Verdruss, so dass wir logischerweise irgend wohin gehen wo das Interesse echt ist, dafür die Frauen etwas weniger reizvoll sind. Also ich wäre in eine normale Bar gegangen. Nicht der Japaner. Er sucht das andere extrem. Aufdringlichste Frauen aus echtem Interesse mit einem Manko an weiblichen Reiz. Es gibt auch in Japan Transvestiten.

Es wäre müssig mehr ins Detail zu gehen. Zum Glück habe ich noch nicht alle Sprichwörter über Bord geworfen.

‚at least they had stories‘


 

2 Responses to “les bronzés font du ski”

  1. Widi Says:

    Haha =)

    Ich hoffe jetzt mal, der ältere Japaner im blauen Shirt (drittletztes Bild) ist nicht dein Vorgesetzter? Und: Wo sind die Fotos von den japanischen Transen?

    • chrigusan Says:

      Der Herr in blau ist nicht mein vorgesetzter. Die waren zum Glück nicht mit auf der Stadttrinktour.
      Ich hätte gerne ein Foto gezeigt/gemacht von den richtigen Hostessen. Dies ist aber aus verständlichen gründen nicht erlaubt. So blieb mir nur die Transvestiten abzulichten. Der Herr in Blau amüsiert sich also prächtig mit Ihnen.


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