How I live in Niigata

Just another foreign guy in Japan, but the first one who worked for the O Bolles Restaurant

Genpatsu 原発 Juni 27, 2011

Filed under: Uncategorized — chrigusan @ 7:44 am

Zurück im Land, zurück in meiner Hütte in Toyosaka fühlt es sich wie sonst auch an. Die Leute um mich herum hatten sich in meiner Abwesenheit an die drohende unsichtabare Gefahr gewohnt und verhalten sich seither wie vor der ganzen Katastrophe.

Ich hatte da noch einen gewissen Nachholbedarf. Also ging ich zu Beginn öfters als sonst mit dem Schirm aus dem Haus und kaufte das erste Mal in Japan eine Packung Gesichtsmasken. (Bis anhin weigerte ich mich diese Masken zu tragen, weil sie nerven und extrem unpersönlich sind.) Als weiteres inspizierte ich mein Wohnung im Erdgeschoss auf Potenzial und Tücken des Strahlenschutzes. Ich vermute, dass unser Papier- oder Karton-Wohnblock so etwa in der Gegend des Holzblockhauses auf der Skala des österreichischen Bundesministerium für Inneres zu finden ist. Ich hätte nie gedacht, dass ich meine undichten Fenster eines anderen Grundes als der Kälte wegen verflucht hätte.

Die Zuversicht aller Leute um mich herum hat jedoch schnell bewirkt, dass ich nun auch gelassen Neuigkeiten über die havarierten Reaktoren vernehme. Mit grossem Mitleid wird einem bewusst, dass sich der ganze Schaden und alles Leid nur auf die Tohoku Region beschränkt. Dafür in einer unvorstellbaren Grösse.

Ein Kumpel von mir meinte auf meine Frage betreffend in welcher Art Fukushima verfolgt und beobachtet wird: „Now, we laugh at it!“ Zynismus wie ich ihn selten zwischen Japanern und englisch Sprechenden erlebe. Die Gefahr ist noch lange nicht gebannt, insbesondere aufgrund der Nahrungskette. Doch nach 3~6 Wochen kann niemand den Stress weiter hoch halten. Man findet andere Mittel der Reaktion und belacht nun die Situation.

Was will man schon anrichten? Nach getaner Vorbereitung für den Fall eines Ausfalls bleibt einem nichts anderes übrig als die Verantwortung den Behörden weiter zu geben und sich dem Leben zu fröhnen. Es wäre aber falsch, jetzt nur ansatzweise zu denken, dass alles gar nicht so schlimm war. Eine solche Meinung zeugte von fehlendem Respekt und von fehlendem Einfühlungsvermögen.

Für alle die sich bei diesem Bild immer gefragt haben, wo sich Niigata befindet, habe ich nun selbst unser Städtchen aufgedruckt. (Westküste)

 

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